Zwei Filme von Yüksel Yavuz

Geschrieben am 24. 04. 2004

Vers- und Kaderschmiede
„Kleine Freiheit“ und „Der Mann mit dem weißen Mantel“
Zwei Filme von Yüksel Yavuz
 28.April 2004
 

Der Regisseur Yüksel Yavuz hat kürzlich für „Kleine Freieheit“ den ersten Preis des „Internationalen Festivals Ankara“ bekommen. Schon im vergangenen Sommer wurde das Werk in Cannes (in der Reihe ‚Quinzaine des Realisateurs’) ins Festivalprogramm aufgenommen, was für eine deutsche Produktion recht selten ist. Ein großer Kassenschlager dürfte der Film dennoch nicht werden, schon weil die beiden sympathischen Hauptpersonen junge ‚Illegale’ sind, die sich in Hamburg so durchschlagen und von einem legalisierten Leben in Australien träumen.

"Jüdischer Widerstand"

Geschrieben am 12. 04. 2004

Vers- und Kaderschmiede
Hannelore Hoger und Daniel Kempin
„Jüdischer Widerstand“
 12.4.2004

Die Erzählung Stephan Hermlins „Die Zeit der Gemeinsamkeit“ (verfasst 1949) spielt zwischen dem 17. april und dem 10. Mai 1943: Briefe eines Kämpfers des Aufstands im Warschauer Ghetto. Hannelore Hoger wird einmal mehr demonstrieren, dass ihre Art des genauen Lesens einen Text so erschließt, wie es bei stiller Lektüre nicht immer gelingt.

Für seine CD „mir leben eybik“ (wir leben ewig) wurde Daniel Kempin mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet – die gleiche Anerkennung fand er auch für „benkshaft – Sehnsucht“. Es ist also fast schon Untertreibung, wenn über den Musikwissenschaftler, Gitarristen und Sänger geschrieben wird:“ In dieser Kunstform gilt er als einer der führenden Künstler in Deutschland“. Das internationale Renomeé des Entdeckers, Bearbeiters und Erneuerers (überwiegend) jiddischer Lieder zeigt sich z.B. daran, dass sein „Krakow ghetto – notebook“ im Auftrag des Holocaust Memorial Museum in Washington aufgenommen wurde. Wenn Daniel Kempin das Finale einer Revue des Wilnaer Ghetto – Theaters interpretiert, gespielt 1943, kurz vor der „Liquidierung“, dann …. Sie werden’s hören. An diesem Abend wird Jürgen Rufenah eine kurze Episode aus dem Werk des fast vergessenen polnischen Literaten Tadeuz Borowski vortragen.

"Homage an Jules Valles"

Geschrieben am 29. 03. 2004

Schorsch Kamerun, Rocko Schamoni und Thomas Ebermann:
„Hommage an Jules Valles“
 29. März 2004

Jules Valles (1832 – 1885): Bohemien, Literat, Aktivist der Pariser Commune, gestrenger Feind jeglicher Disziplin, Phantasieuniform – Träger, zum Tode Verurteilter, Begnadigter.

Unser Literaturlexikon meint, Valles („Die Abtrünnigen“, „JaquesVingtras“) habe „ein von wildem hass und bitterem Humor erfülltes, scharfsinniges Werk in bisweilen krass realistischem Stil“ geschaffen. Das stimmt. Deshalb lesen die drei an diesem Abend Jules Valles, und Rocko Schamoni und Schorsch Kamerun bieten natürlich auch Auszüge aus ihrem Repertoire.