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Allegorien der Macht - Annäherungen an Pier Paolo Pasolini

Eine Ausstellung des 8. Salon in Hamburg vom 11. April 2026 bis 2. Mai 2026

Es gibt Fiktionen, die von der Realität übertroffen werden. Salò oder die 120 Tage von Sodom, das letzte Werk des 1975 ermordeten Pier Paolo Pasolini, gehört dazu.

Was dort als äußerste Form der Macht enthüllt wird, hat heute längst den Charakter des Exzesses abgestreift und ist zur Normalität geworden. Im Zerfall alter Hegemonien tritt zutage, was ihnen immer eingeschrieben war: ein immanenter Faschismus der Macht. Er zeigt sich nicht nur strukturell in ihren Institutionen, sondern in der neuen Subjektivität der Figuren, die ihn maskieren – mit ihrer immer offenkundigeren Lust an exzessiver Befriedigung und Vernichtung.

Töten wird zum Maß der Politik.

Diese Logik bleibt nicht auf die Herrschenden beschränkt. Die »Epstein-Klasse« ist nur ihr sichtbarster Ausdruck. Längst hat sich die Struktur verallgemeinert: Auch die Masse hat sie verinnerlicht. Der Andere erscheint nicht mehr als Gegenüber, sondern nur noch als anderes Objekt.

Seine Instrumentalisierung für die eigene Befriedigung bis hin zum Mord wird nicht mehr als Bruch erfahren, sondern als Vollzug dessen, was ohnehin gilt.

Teilnehmende Künstler:Innen

Angela Maria Piga
Ellen Wolf
Elisa Selli
Luca Pizzaroni
Andrea Aquilanti
Mauro di Silvestre
Seboo Migone
Elia Beyer
Marcel Hüppauff
Andy Hope 1930
Rade Petrasevic
Karl-Heinz Dellwo
Davide Toffolo
Fabien Vitali
Gabriella Angheleddu
Mette Asta Thiessen
Matt Dillon
Jochen Lempert
Renato Leotta
Olga Lopopolo
Axel Heil

Der 8.Salon präsentiert eine Auswahl künstlerischer Positionen zum Werk des italienischen Regisseurs und Schriftstellers Pier Paolo Pasolini. Die Galerie der abseitigen Künste zeigt die szenische Reflexion "Allegorien der Macht“, die Graphic Novel „Interview mit Pasolini“, und Filmstills aus „Salò“. Zahlreiche römische Künstler/innen haben uns Werke zur Verfügung gestellt, die sich mit der wechselseitigen Prägung auseinandersetzen, die zwischen der Stadt Rom und Pasolini entstanden ist. Er nutzte die Stadt als Dreh- und Wohnort. Sein Werk und seine Person sind in in der Wahrnehmung der Strassen Roms immer noch präsent. Ergänzend dazu zeigen wir einige Referenzen zum Werk Pasolinis von Künstlern aus Berlin, Hamburg und Wien...