WDR Funkhausgespräche

Geschrieben am 15. 03. 2007

Die Sehnsucht nach dem großen Sprung 
Ex-Terroristen über ihr Leben im Untergrund

Donnerstag, 15. März 2007

Funkhausgespräche
20.05 - 21 Uhr, WDR 5


Die Sehnsucht nach dem großen Sprung 
Ex-Terroristen über ihr Leben im Untergrund


Wiederholung:16. März, ab 3.03 Uhr (WDR 5)
18. März, ab 23.05 Uhr (WDR 5)

Wer den Terrorismus der 70er Jahre verstehen will, muss über den Untergrund Bescheid wissen. Worin lag sein Faszinosum? Welche Gesetzmäßigkeiten galten in der Gruppe? Welche Autonomie hatte jeder Einzelne?

Springen, einen Schnitt machen, alle Brücken hinter sich abreißen - wenn Aktivisten des linken Terrorismus der 1970er Jahre von früher erzählen, benutzen sie häufig solche Bilder, um ihren Weg in den Untergrund nachträglich plausibel zu machen. Offenbar lag diesem Schritt die Sehnsucht zugrunde, das eigene Leben existentialistisch neu zu entwerfen. Das gewöhnliche Leben in der bürgerlichen Mittelschicht galt als verachtungswürdig, die Rückkehr dorthin haben sich die Terroristen gezielt selber verbaut.

Für den Kampf gegen die etablierte Gesellschaft ließen sie jeden Halt und jede Sicherheit hinter sich; für die ersehnte "Revolution" überfielen sie Banken, nahmen andere Identitäten an, entführten und ermordeten Menschen.

Mit: Gabriele Rollnik (beteiligt an der Lorenz-Entführung) und Karl-Heinz Dellwo (beteiligt am RAF-Anschlag in Stockholm)
Gesprächsleitung Jürgen Wiebicke

Öffentliche Veranstaltung
am Donnerstag, 15. März 2007, 20.05 Uhr
im Kleinen Sendesaal, WDR Funkhaus Wallrafplatz, Köln
Eintritt frei, Eintrittskarten sind nicht erforderlich

Weitere Wiederholung:
in der Nacht auf Mittwoch, 21. März 2007, um 3.03 Uhr, WDR 5

Printer Friendly, PDF & Email