"Voller Entsetzen, aber nicht verzweifelt"

Geschrieben am 15. 04. 2009

Vers- und Kaderschmiede

ROBERT STADLOBER
„VOLLER ENTSETZEN, ABER NICHT VERZWEIFELT“ (Mihail Sebastian)

„Ein überwältigendes Erlebnis“, nennt Claude Lanzmann die Lektüre der Tagebücher, die Mihail Sebastian zwischen 1935 und 1944 schrieb. 27 Jahre ist Sebastian alt, als er mit seinen Eintragungen beginnt. Er ist in Rumänien bereits ein bekannter, umstrittener Romanautor und Journalist. Seine Tagebücher, inspiriert von der Bereitschaft zur Selbsterkenntnis und Selbstentblößung eines André Gide, sparen 'das Private' nicht aus.

Mihail Sebastian
Mihail Sebastian

Es geht um Liebesbeziehungen, Untreue und Eifersucht. Es geht um Hoffnung auf Erfolg seines Theaterstücks und um Enttäuschung, als es durchfällt. Es geht um den (misslingenden) Versuch, Freundschaften wenigstens oberflächlich aufrecht zu erhalten, auch wenn sich Weggefährten zu faschistischen Antisemiten wandeln. Es geht um den Genuss von Musik und Konzert – darf er das, wo er doch zugleich um die Drangsalierung und Ermordung der Juden weiß.
Er, der Jude, der manchmal keiner sein wollte; der bekennende Individualist, der sich von den Organisationen der Juden meist fern hielt – was bedeutet die 'große Politik' für ihn? Er verliert seine Erwerbsquellen, seine Wohnung, das Reisen ist ihm verboten.
Er ist bedroht von Zwangsarbeit...auch von Deportation. Und es wird immer schwieriger, sich über Kriegsverlauf und Weltlage ein Urteil zu bilden, denn Radios dürfen die Juden Rumäniens längst nicht mehr besitzen.
Arthur Miller: „Dieses Buch lebt, es zeugt von einer Seele voller Menschlichkeit, aber auch von der wachsenden Brutalität des Jahrhunderts, die sich vor Sebastians Augen entfaltet.“
Philip Roth: „Dieses Tagebuch verdient es, neben das von Anne Frank gestellt zu werden und genauso viele Leser zu finden.“
Grundlage unserer szenischen Lesung ist das Textbuch einer Inszenierung in New York. Über diese urteilte die 'New York Times': „Sebastian zeigt uns, wie das Unbedeutende und das Wichtige sich vermischen... Was für ein kraftvoller Stoff. Was für eine lohnende Theaterproduktion.“
Wir freuen uns, dass Robert Stadlober - Fernsehern, Cineasten und Theatergängern bestens bekannt - als ' Mihail Sebastian' sein Debut in der Vers- und Kaderschmiede gibt.

Mitveranstalter: Auschwitz Komitee, AK Bücherverbrennungen – nie wieder!, Rote Flora.Vers- und Kaderschmiede 
ROBERT STADLOBER
„VOLLER ENTSETZEN, ABER NICHT VERZWEIFELT“(Mihail Sebastian)

„Ein überwältigendes Erlebnis“, nennt Claude Lanzmann die Lektüre der Tagebücher, die Mihail Sebastian zwischen 1935 und 1944 schrieb. 27 Jahre ist Sebastian alt, als er mit seinen Eintragungen beginnt. Er ist in Rumänien bereits ein bekannter, umstrittener Romanautor und Journalist. Seine Tagebücher, inspiriert von der Bereitschaft zur Selbsterkenntnis und Selbstentblößung eines André Gide, sparen 'das Private' nicht aus. 
Es geht um Liebesbeziehungen, Untreue und Eifersucht. Es geht um Hoffnung auf Erfolg seines Theaterstücks und um Enttäuschung, als es durchfällt. Es geht um den (misslingenden) Versuch, Freundschaften wenigstens oberflächlich aufrecht zu erhalten, auch wenn sich Weggefährten zu faschistischen Antisemiten wandeln. Es geht um den Genuss von Musik und Konzert – darf er das, wo er doch zugleich um die Drangsalierung und Ermordung der Juden weiß.
Er, der Jude, der manchmal keiner sein wollte; der bekennende Individualist, der sich von den Organisationen der Juden meist fern hielt – was bedeutet die 'große Politik' für ihn? Er verliert seine Erwerbsquellen, seine Wohnung, das Reisen ist ihm verboten.
Er ist bedroht von Zwangsarbeit...auch von Deportation. Und es wird immer schwieriger, sich über Kriegsverlauf und Weltlage ein Urteil zu bilden, denn Radios dürfen die Juden Rumäniens längst nicht mehr besitzen.
Arthur Miller: „Dieses Buch lebt, es zeugt von einer Seele voller Menschlichkeit, aber auch von der wachsenden Brutalität des Jahrhunderts, die sich vor Sebastians Augen entfaltet.“
Philip Roth: „Dieses Tagebuch verdient es, neben das von Anne Frank gestellt zu werden und genauso viele Leser zu finden.“
Grundlage unserer szenischen Lesung ist das Textbuch einer Inszenierung in New York. Über diese urteilte die 'New York Times': „Sebastian zeigt uns, wie das Unbedeutende und das Wichtige sich vermischen... Was für ein kraftvoller Stoff. Was für eine lohnende Theaterproduktion.“
Wir freuen uns, dass Robert Stadlober - Fernsehern, Cineasten und Theatergängern bestens bekannt - als ' Mihail Sebastian' sein Debut in der Vers- und Kaderschmiede gibt.

Mitveranstalter: Auschwitz Komitee, AK Bücherverbrennungen – nie wieder!, Rote Flora.

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