Veröffentlichungen

NOVOSTI, Nr. 451-2, S.10-13

Geschrieben am 8. 08. 2008

NOVOSTI, Nr. 451-2, S.10-13
und: http://www.up-underground.com/

Gespräche

Titel: Karl-Heinz Dellwo, ehmaliges RAF Mitglied

Interviewer: Srecko Pulig
Bedarf nach Revolutionierung der linken Meinung

Srecko Pulig: In der letzten Pressemitteilung über RAF-Auflösung, der vom März 1998, wurde gesagt, dass dies ein revolutionärer Versuch der Minderheit gegen regierende Gesellschaftstendenzen war, ein Versuch, einen Beitrag zum Sturz des Kapitalismus zu leisten. Dieser Versuch war misslungen, aber dies sagt nichts über die Berechtigung der Revolte. Sind Sie heute mit diesen Beschlüssen einverstanden?

Karl-Heinz Dellwo: Mit dem Beschluß, dass Projekt RAF zu beenden war ich vollständig einverstanden. Ich gehörte zu denen, die das seit Jahren verlangt hatten. Das Projekt hatte sich in doppelter Hinsicht widerlegt: Zum einen gelang es ihm nicht, eine radikale Bewegung zu initiieren. Zum anderen gelang es nicht, die innere Struktur von den Erfordernissen des unmittelbaren Kampfes zu befreien und radikaldemokratische Strukturen aufzubauen. Es gab Ende der 60er Jahre in den Metropolen ein von Befreiungshoffnungen inspiriertes Aufbruchklima. Der Versuch zur Revolution musste damals gemacht werden. Diesen Versuch nicht zu machen, wäre der größte Fehler gewesen. 

Eine Nachüberlegung

Geschrieben am 22. 07. 2008

Ulrike Meinhof-Veranstaltung
Berlin 3. Mai 1996
Eine Nachüberlegung

von Karl-Heinz Dellwo

Interessiert das Thema noch? Wir waren unsicher. Wir, das waren ein paar ehemalige Gefangene aus der RAF, Bewegung 2. Juni und andere, deren politische, damit auch persönliche Geschichte mit dem bewaffneten Kampf in der Bundesrepublik verbunden ist.

Maritimer Protest gegen das Tamm-Museum in Hamburg

Geschrieben am 22. 07. 2008

Die Hamburger Bürgerschaft hat dem ehemaligen Springervorstandschef Peter Tamm den Kai-Speicher B mit seinen 10 Stockwerken für 99 Jahre mietfrei in der Hamburger Hafencity überlassen. Weiter bekam Tamm 30 Millionen EUR von der Hansestadt, um den Kai-Speicher B als Museum umzubauen. In diesem Museum wird das Sammelsurium von Exponaten ausgestellt, welches der Stifter in über 70 Jahren seines Lebens angesammelt hat. Bisher wurde dieses Sammelsurium in der Villa des Stifters an der Elbchaussee aufbewahrt. Damit war diese für eine private Nutzung blockiert. Passend zum Transport der Sammlung in den Kai-Speicher B hat der Stifter seine Villa zu Geld gemacht und sie verkauft. Man könnte sich boshaft fragen, ob dieses ganze Museum nicht einfach den Zweck hatte, dem Stifter zu ermöglichen, seine Villa zu Geld zu machen. Denn vollgestellt war das Ding unverkaufbar.

"Eheglück" von Oskar Wilde

Geschrieben am 19. 05. 2008

Montag. 19.- Mi. 21.Mai 2008/ 20.00 Uhr
„Eheglück“
mit: Monika Bleibtreu und Dietmar Mues, Robert Arnold, Endre Malcom Holéczy, Nicole Schneider.

Oscar Wilde hat fabuliert, zu welch grotesken Taten Menschen bereit sind, wenn ihnen das Eheglück zu winken scheint: Lord Arthur, der Held seiner zur szenischen Lesung bearbeiteten Erzählung, ist sogar zum Mord bereit. Ein Handleser hat ihm nämlich voraus gesagt, er werde eines Tages zum Mörder – und da man als Gentleman seine Ehe mit solche skandalträchtigen Kalamitäten  nicht belasten darf, schon wegen des tadellosen Rufs der zukünftigen Gattin, steht seine Entscheidung fest: Erst Mord, dann die Hochzeit. Man darf sich dabei, das weiß der Ehrenmann, nicht von Rachsucht oder persönlicher Antipathie leiten lassen, sondern muss das Mordopfer nach objektiven Kriterien auswählen und den Mordvorgang möglichst schmerzfrei gestalten.....

Rebellion und Verbrechen, Polittbüro Hamburg

Geschrieben am 20. 01. 2008

Rebellion & Verbrechen

Das gesellschaftliche Bedenken eines Ereignisses dient immer auch zur Vermittlung von Moral, ist die These der Vers- und Kaderschmiede sowie der Zeitschrift konkret, die morgen Abend zum politisch-literarischen Kehraus zu 30 Jahren "Deutscher Herbst" laden. In dessen Fall sollte gelernt werden, dass es keine politischen Gründe für den Kampf gegen die herrschende Ordnung gibt und wer gegen sie aufbegehrt, kein Rebell, sondern Verbrecher und Psychopath ist. Anders sehen das u. a. Karl-Heinz Dellwo, Jutta Ditfurth, Thomas Ebermann und Hermann L. Gremliza. MATT So, 20. 1., 18 Uhr, Polittbüro, Steindamm 45
 

So, 20. 1., 18 Uhr, Polittbüro, Steindamm 45

Die Waffen im 7. Stock waren von uns

Geschrieben am 18. 10. 2007

Jungle WorldNr. 42, 18. Oktober 2997

Karl-Heinz Dellwo: „Die Waffen im 7. Stock waren von uns“

Das ehemalige RAF-Mitglied Karl-Heinz Dellwo war 1975 an der Besetzung der deutschen Botschaft in Stockholm beteiligt, bei der zwei Geiseln ermordet wurden. Ziel der Aktion war die  Freipressung von 26 RAF-Gefangenen, darunter jenen in Stammheim. Dellwo zählt zu denen, die sich seit Jahren zur Geschichte der RAF äußern, u.a. in dem gerade erschienenen Buch »Das  Projektil sind wir«. Insgesamt hat er 21 Jahre im Gefängnis verbracht. Sein Bruder Hans-Joachim war ebenfalls Mitglied der RAF und nahm 1977 die Kronzeugenregelung in Anspruch. 
interview: ivo bozic 

LE FIGARO

Geschrieben am 14. 10. 2007

Karl-Heinz Dellwo : ''On ne peut pas se dérober devant l'histoire''
Propos recueillis par PIERRE BOCEV
14/10/2007 | Mise à jour : 13:29

http://www.lefigaro.fr/international/2007/09/05/01003-20070905ARTFIG90177-karl_heinz_dellwo_on_ne_peut_pas_se_derober_devant_l_histoire.php

"Befreiung war nur gewaltsam möglich"

Geschrieben am 11. 10. 2007

Interview von: Der Standart, Wien, 11. Oktober 2007

URL: http://derstandard.at/?url=/?id=3070927

Text: 

Ex-RAF-Terrorist: "Befreiung war nur gewaltsam möglich"
Karl-Heinz Dellwo erklärt im STANDARD-Gespräch, warum er damals zur Waffe gegriffen hat
Der „Nazifaschismus“ habe bis zum letzten Tag gehalten und musste daher gewaltsam niedergeschlagen werden. So erklärt Karl-Heinz Dellwo, ehemaliger Terrorist der RAF, warum er damals zur Waffe gegriffen hat und sich der Roten Armee Fraktion anschloss.